100 Jahre Frauenwahlrecht - KDFB führt Aktion „Wir ziehen den Hut!" durch

„Wir zollen jenen Frauen Respekt, die in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche ihre Stimme für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung erhoben. Vor ihnen und vor allen Frauen, die heute aus Überzeugung auf allen Ebenen unseres Landes politisch denken und handeln, zieht der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) sprichwörtlich den Hut", erklärt Ursula Albrecht, KDFB- Vorsitzende im Bistum Hildesheim.

Nach der Ausrufung des Frauenwahlrechts am 12.11.1918 startete der Frauenbund eine äußerst umfangreiche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.
Am 19.01.1919 fanden die ersten Wahlen statt, bei denen Frauen ihre Stimme abgaben und sich zur Wahl stellten. Dem unermüdlichen Engagement der Frauen ist es zu verdanken, dass ihre Wahlbeteiligung genauso hoch war wie die der Männer: 82,3% Frauen und 82,4% Männer. Vor den Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen von Frauen. Die meisten von ihnen trugen Hut - so war das damals - und warteten geduldig auf dem Bürgersteig, um ihr Kreuz auf dem Wahlzettel machen zu können. 6 KDFB-Frauen schafften den Einzug in die Nationalversammlung. „Darauf können wir stolz sein", so Ursula Albrecht.

Das, wofür sich Frauen damals einsetzten, ist heute immer noch aktuell. In 100 Jahren hat sich zwar viel für Frauen getan, aber die tatsächliche Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht. „Mit Blick auf die Zukunft hält es der KDFB für nötig, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern auf allen politischen Ebenen gewährleistet ist", sagt die Diözesanvorsitzende des KDFB.

Am 19. Januar 2019, dem 100. Jahrestag der ersten deutschen Wahl mit Frauenbeteiligung, treffen sich Frauen - mit Hut - um 13.00 Uhr auf dem Marktplatz in Hildesheim vor dem Rathaus. An diesem Tag soll das Tragen des Hutes ein Bekenntnis zu Demokratie und für Gleichberechtigung von Frauen sein. –le-wr-